Geschichten rund um das Schützenfest

Paukendiebe

Im Jahre 1989 war nach dem Schützenfest die Pauke vom Lürbker Spielmannszug verschwunden.

Da sollte schon ein Paukenwächter eingestellt werden. Das jedenfalls schlug damals Tambourmajor Karl Schäfer, nach dem zunächst ärgerlichen Vorfall, seinen Kameraden vom Spielmannszug vor.

Was war geschehen? Nachdem Peter Bröckelmann, der im Spielmannszug die Pauke schlägt den Königsschuss getan hatte, fehlte am Abend plötzlich sein Instrument. Eine sofort eingeleitete Suchaktion blieb ohne Erfolg. Keiner wusste, wo das gute Stück war. Erst Tage später entdeckte ein Wanderer die Pauke in einem Waldstück unweit des Schützenplatzes. Wer sie stahl, ist bis heute ungeklärt.
Den Rat von Karl Schäfer: „ Dat draf us nit nochmol passeien!“ Haben die Lürbker seit diesem Vorfall beherzigt.

 

Schützenvogel verschwunden und jetzt?

Der Vogel ist nicht mehr da, so hallte es am Schützenfest-Montag im Jahre 1996 über den Antretplatz vor dem Festzelt. Als die Offiziere der Bruderschaft sich zum traditionellen Schützenfrühstück im Festzelt einfanden, bemerkten sie schnell, dass etwas sehr schlimmes in der Nacht zuvor passiert war. Der zur Besichtigung über dem Königstisch aufgehängte Schützenvogel war nicht mehr an seinem Platz.
Eine sofort eingeleitete Suchaktion im Bereich des Festzeltes und Schützenplatzes blieb ohne Erfolg. Nun war guter Rat teuer. Wer hatte das gigantische Wappentier aus dem Festzelt trotz der guten Bewachung entwenden können? Wie hatten die Diebe es geschafft den Aar ohne Leiter aus schwindelnder Höhe herabzulassen? Wo mag der doch bald dringend benötigte hölzerne Vogel sich befinden? Oder wie kann kurzerhand ein Ersatzvogel beschafft werden?
Alles Fragen, auf die man eine Antwort suchte.
Eine Antwort aber suchte man auch auf dem Festplatz an der Vogelstange auf dem alten Steinbruch, wo sich alljährlich am Morgen vor dem Vogelschießen zahlreiche Helfer einfinden, um den Festplatz für das Vogelschießen vorzubereiten. Dort fand man ebenfalls ratlose Gesichter. Diese allerdings wunderten sich nicht darüber, dass der Vogel aus dem Zelt verschwunden war, sondern darüber, dass der Vogel sich bereits auf dem Schusskasten der Vogelstange befand.
Die Frage lautete hier, warum ist der Vogel schon hier, wo doch normalerweise dieser erst im Festzug zum Vogelschießen mitgebracht wird.
Doch schnell erkannte man, dass da ein Streich im Spiel war. Kurzerhand lud man das hölzerne Federvieh in ein Fahrzeug und brachte es zum Festplatz. Stürmisch wurde der Überbringer des so sehr vermissten Vogels von den Offizieren begrüßt.
Nun waren alle Fragen geklärt und die Welt der Schützen wieder in Ordnung.
Schnell wurde der Vogel auf das eigens für seinen Transport zur Vogelwiese angefertigte Fahrzeug geladen und der Schützenzug setzte sich auf den Befehl von Schützenhauptmann Heinz Spiekermann in Bewegung.
In diesem Jahr wird es drei Schützenvögel geben, einmal den Jubiläumsschützenvogel, dann den Jungschützenvogel und den Schützenvogel .
Da ist es wohl angebracht einen Vogelkäfig für die sichere Unterbringung der Vögel anzufertigen und im Festzelt aufzustellen.
Denn wenn wirklich einmal der Schützenvogel abhanden kommt, muss man mit einer großen Zeitverzögerung beim Vogelschießen rechnen und evtl. das Fest verlängern.
Aber soweit soll es in Lürbke nicht kommen, die Schützen wollen die Vögel rund um die Uhr bewachen.

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Bruderschaftsfahne weg

Ende der fünfziger Jahre war während eines Vogelschießens auf dem alten Steinbruch etwas ganz schlimmes passiert, die Bruderschaftsfahne war kurzerhand unter den Augen zahlreicher Gäste entwendet worden. Beherzte Schützenbrüder nahmen unverzüglich die Verfolgung des Diebes in den Luerwald auf. Nach wenigen hundert Metern war der Dieb gestellt. Die Fahne hatte er bereits im Dickicht unter dichtem Farnkraut versteckt. Unter Androhung von Prügel gab er aber sehr schnell das Versteck preis. Als Motiv für seine Tat gab der Dieb an, das in seiner Heimat derartige Streiche auf jedem Schützenfest versucht würden.

Doch da ja die Fahne wieder unversehrt in den Händen der Schützen war, ließen die Lürbker Gnade walten.

 

Wie wird man König ohne das es einer merkt?

Aber auch andere heitere Geschichten ereigneten sich im Laufe der Jahre während des Schützenfestes bzw. unter der Vogelstange. Da wurden z. B. Königsanwärter von ihren Ehefrauen oder Hofstaatskandidaten gewaltsam von den Gewehren zurückgehalten.

So wiederholt sich alljährlich das gleiche Spiel in der Lürbke wie auch auf anderen Vogelwiesen. Die Not der Frauen unter der Vogelstange! Schießt „er“ nun, oder schießt „er“ nicht? Während die Männer mit kühnen Blick für das Machbare häufig ohne Rücksicht auf Verluste die Königswürde anstreben, machen deren Frauen in diesen Stunden oft ein Martyrium mit. Unser Hauptmann Gerhard Schulte kann ein Lied davon singen. Er gehörte 1989 beim Vogelschießen auf dem alten Steinbruch zu den ernsthaften Mitbewerbern um die Regentschaft. Ehefrau Rita musste den wild Entschlossenen gewaltsam von den Gewehren zurückhalten, um das Schlimmste zu verhüten....
Andere Schützen wiederum wurden von ihren Freunden gewaltsam an die Kette gelegt.

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Das Eierbacken

Doch neben all diesen Begebenheiten wiederholt sich traditionsgemäß alljährlich im Rahmen des Schützenfestes eine Veranstaltung der besonderen Art. Was wäre das Lürbker Schützenfest ohne das nächtliche Spiegeleierbacken in einer der Lürbke Bauernküchen.
So war es schon vor 50 Jahren und so ist es auch noch heute. Es gibt wohl kaum eine Lürbker Küche, die im Laufe der Vereinsgeschichte von dieser Veranstaltung verschont blieb. Manche Ehefrauen, Mütter und Omas wissen ein Lied davon zu singen. Oft fanden sie am anderen Morgen ein Chaos in ihren Küchen vor. Doch nur wer so ein Spiegeleierbacken schon einmal mitgemacht hat, weiß, wie schön es ist. Da gibt es auch Geheimtipps, wo man am Besten Spiegeleier backen kann oder auch wo sie am Besten schmecken.
So ist das Eierbacken eine Tradition der Jugend und der Junggebliebenen.

Grundproblem:
Die Theke hat selbst auf dem Lürbker Schützenfest nicht durchgehend geöffnet.

Lösung:
Wenn die Zapf-Hähne schließen, müssen die Dorfhennen dran glauben!

 

Zunächst gilt es folgende Hürde zu überwinden:
Wie schaffe ich es dabei zu sein - ohne dass die Veranstaltung bei mir stattfindet?

Wenn sich das Festzelt so langsam leert, sollte man sich schon vorsichtig umhören und erste Gespräche belauschen, zu wem es denn heute gehen soll. Wird es nun später und noch leerer, muss man die Entscheidung treffen:
Geht man jetzt klammheimlich nach Hause, sollte man wirklich auf der Hut sein und den Moment erwischen, wo einen wirklich keiner beobachtet.
Bleibt man aber bei den guten Vorsätzen immer überall dabei und vor allem auch der Letzte zu sein, dann muss man nun jemanden erspähen, der gerade versucht, klammheimlich nach Hause zu gehen. Jetzt heißt es ein lautes Gegröle anzustimmen „Heute gehen wir zu .... (Name des Opfers)!“....., sich bei der nächsten Person einzuhaken und dem unauffällig Flüchtenden auffällig zu folgen.
Seid euch sicher, dies wird von Erfolg gekrönt sein. Sofort setzen sich Heerscharen in Bewegung: Da gibt es Pärchen, die plötzlich aus den Ecken kommen, teilweise auch plötzlich erst zusammenkommen, da gibt es die Krachmacher, die den morgendlichen Festzug musikalisch begleiten und auch immer wieder einige, die noch nie einer gesehen jat, die aber bestimmt von irgendeinem Einheimischen die besten Freunde sind.
Schon der Weg ist immer ein Erlebnis. Na ja, einige nehmen sich ein Taxi und verpassen somit tieffliegende Torten im Lürbker Wald, flotte Flötentöne mit schiefen Gesängen entlang der Dorfstraße, kleine Abstecher in den ein oder anderen Hühnerstall zwecks Eierklau, eine einmalige Busfahrt mit der gesamten Heggener Musik direkt bis vors Ziel, überraschte Gesichter im dunklen Bushaltestellenhäuschen, und und und..... .
So, nun sind wir aber endlich angekommen. Und jede Familie hat natürlich eigene Spezialitäten. Viele meinen ja, Eierbacken hätte vornehmlich etwas mit Eiern zu tun, doch Eigentlich ist alles in Gefahr, was essbar aussieht. Sogar Fleischproben für die Trichinenschau ( Trichine <griech.>; schmarotzender Fadenwurm) sind nicht sicher.
Da wird auch schon mal das Huhn verschont, wenn man sich auf den Schoko-Osterhasen von vor drei Jahren stürzen kann. Es finden sich immer wieder gerne riesige Gouda -Käseräder oder auch Schüsseln voll Pudding ebenso alter Kuchen, Eis oder auch Slim Fast. In besonderen Glücksfällen soll es auch schon mal Spaghetti und Schnitzel nach Art des Hauses gegeben haben.
Doch zurück zu den Eiern: Rühreier, Spiegeleier, fliegende Eier. Locker serviert in einer großen Schüssel mit Gabeln und Brotscheiben. Wie beim Lotto - „ Alles ist drin!“. Dabei sollten nie ausreichend Gabeln auf dem Tisch liegen, damit den Teilnehmern das anbändelnde, gegenseitige Füttern unvermeidbar erscheint.
Natürlich muss auch das Ambiente stimmen!

 

Da wird schon mal die Musikanlage auseinandergenommen und in die Küche geholt. Besondere Gütesiegel verdienen natürlich die Veranstaltungen mit Live Acts auf dem Klavier. Bei flotten Schlagern und Geschofe sitzt dann auch garantiert der letzte Hausbewohner senkrecht im Bett. Einzelne Gäste hingegen schlafen schon mal bis zum morgendlichen Wecken durch Muttern auf der Badematte.
So eine Veranstaltung geht natürlich nicht trocken über die Bühne - jeder hat am Ende artig einen (!) Schluck aus seiner Bierflasche getrunken. Selbst Knüller wie frischgemixte „Bananenbowle“ finden nur beschränkten Absatz. Hochprozentiges hingegen wird bevorzugt, denn einer geht noch, einer geht noch rein...
Im Jahre 1979 führten die Lürbker einen neuen Brauch auf dem Schützenfest ein. So wird alljährlich das alte Schützenkönigspaar, nach der Königsproklamation auf der Wiese unter der Vogelstange auf dem alten Steinbruch als Symbol für das Ende der Regentschaft zu den Klängen der Musikkapelle, unter Stroh begraben. Die Königspaare der vergangenen 19 Jahre wissen ein Lied davon zu singen.
In all den 50 Jahren der Vereinsgeschichte sind auf und um das Lürbker Schützenfest unzählige Ereignisse und Geschichten passiert. Viele Grundsteine für den gemeinsamen Lebensweg wurden auf dem Lürbker Schützenfest gelegt.

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